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Blattkritik – Freitag 19. Juni

Juni 19, 2009

Sporadisch publiziert der NZZ-Watchblog eine vertiefte Blattkritik. Der alte Onkel setzt hierbei nach eigenem Gutdünken Schwerpunkte. Kommentare, Anregungen sind natürlich äusserst willkommen.

An manchen Tagen ist das Feuilleton der NZZ unausgewogen und gefüllt mit Theaterkritiken, Berichten über das sagenumwobene Universum der Oper und einigen unverständlichen (ja, manche Sätzen erschliessen sich auch nach minutenlangem Studium nicht wirklich) „Reviews“ der neuesten Klassik-CDs. Nicht so heute.
Auf der Front ein Nachruf auf den Soziologen Ralf Dahrendorf, sowie ein Bericht über die Urheberrechtsdiskussion in Skandinavien. Des weiteren verführen ein Artikel über den neuen High Line Park in New York und die „Pop und Jazz“ Seite zum Verweilen im Kulturbund. Das Interview mit Island Records Gründer Chris Blackwell hätte durchaus auch länger ausfallen dürfen. So vielfältig wünsche ich mir das Feuilleton der NZZ jeden Tag.

Genug des Lobes. Wieso prangt auf Seite 3 ein halbseitiges Photo? Ich mag ein gutes Photo, ich schätze ein leserfreundliches Layout und eine ausgewogene Seitengestaltung. Doch die NZZ kaufe ich wegen (zu) langen, ausführlichen Berichten. Wenn ich grosse Photos sehen will kauf ich mir Animan, GEO etc… Selbstverständlich darf die NZZ ihre Artikel bebildern, doch in den letzten Jahren ist bei jeder Zeitung mit dem Griff zu grösseren, „schöneren“ Photos auch eine für den Verleger profitable Kürzung der Artikellänge einhergegangen. Bei der NZZ befürchte ich dieselbe Entwicklung (Die Zeitung soll ja auch für die Frauen ansprechender werden….).

Ausserdem: Was meint Darbelläää eigentlich mit bürgerlich (Interview Front Bund „Schweiz“)?

„Presseschau 18.Juni“

Juni 18, 2009

Dank dem Hinweis von Herr Tschudin: (Danke vielmals)

Kritik an NZZ-Kairo Korrespondentin

Eigene Kritik des zitierten Blogbeitrags:

Sprache: bedenklich

Inhalt: oberflächlich

Der Unternehmensberater der NZZ?

Juni 18, 2009

Der aktuelle Kurs der NZZ mag nicht sonderlich erstaunen, wenn man sich folgenden Beitrag der NZZ-Online Sendung „Impulse“ wieder mal zu Gemüte führt.

NZZ-Impulse Interview mit Chris Burger, Medienanalyst Helvea

Mitleid mit beiden Protagonisten…. Weshalb fürchtet sich Herr Burger bloss vor Zoé Bachs?

P.S. Es gab da mal so ein nettes Interview mit zwei PwC-Medienexperten, das ich nicht mehr wiederfinde. Hat das irgendwer gesehen?

Und da warens nur noch zwei….

Juni 17, 2009

Die Afrikaberichterstattung fristet in den meisten Redaktionen ein Mauerblümchendasein. So leisten sich auch nur wenige Zeitungen ein Korrespondentennetz auf dem schwarzen Kontinenten. Die FAZ hat eins, die NYTimes ebenfalls und bis vor kurzem konnte man auch bei der NZZ noch von einem Netz sprechen. Aus Kairo berichtete Kristina Bergmann, von Nairobi aus deckte Kurt Pelda den Leser mit Reportagen über seine riskanten Reisen durch die Gefahrenherde des halben Kontinenten ein und über das südliche Afrika schrieb Jean-Pierre Kapp von Kapstadt aus.

Zwei Korrespondenten für das gesamte Schwarzafrika; das ist eine kümmerliche Abdeckung des riesigen Kontinenten und einer Qualitätszeitung eigentlich unwürdig.  In Anbetracht der Dauerkrise in der Medienbranche zeigte aber der interessierte Leser Verständnis und begnügte sich mit den „immerhin“ noch  zwei Korrespondenten.

Zu früh gefreut!

Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten zwei Jahre hatte die NZZ im letzten Herbst zu einer weiteren Sparrunde gezwungen. Im damals veröffentlichten Communiqué wurde bekannt gegeben, dass bis anhin doppelt besetzte Korrespondentenposten nur mehr einfach besetzt würden. Aufgezählt wurden Frankreich, Grossbritannien, Benelux, Südosteuropa und – man Höre und Staune- das südliche Afrika.

Mir persönlich war nicht bekannt gewesen, dass die NZZ das südliche Afrika doppelt abgedeckt hatte (Korrektur erwünscht), weshalb ich in den folgenden Monaten fleissig das Impressum beobachtete. Siehe, da, trallalala, plötzlich war Kapstadt weg. Suchfunktion hin oder her, Kapstadt blieb verschwunden. Tatsächlich scheint Jean-Pierre Kapp gekündigt geworden zu sein.

Einen Südafrikakorrespondenten scheint die NZZ nicht mehr zu gebrauchen. Kann man auch von Nairobi aus abdecken. Ebenso wie den  Senegal, Mauretannien, Kongo, Namibia, Madagaskar….

Ein wirklicher (Kairo zähle ich mal nicht zu Afrika) Afrikakorrespondent verbleibt. Peinlich, peinlich für die einzige Qualitätszeitung der Schweiz. Peinlich auch die Kommunikation von Lügenbaron Stähli, der sich der Bedeutung des Korrespondentennetztes für die NZZ wahrscheinlich erst dann richtig bewusst wird, wenn auch die  Leserzahlen in der Tiefgarage unter der Falkenstrasse angelangt sind.

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